{"id":14395,"date":"2024-08-01T13:59:48","date_gmt":"2024-08-01T13:59:48","guid":{"rendered":"https:\/\/www.impacc.org\/5-jahre-impacc-wie-ein-apfelbaum-den-anfang-machte\/"},"modified":"2024-08-01T13:59:48","modified_gmt":"2024-08-01T13:59:48","slug":"5-jahre-impacc-wie-ein-apfelbaum-den-anfang-machte","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/impacc.org\/de\/5-jahre-impacc-wie-ein-apfelbaum-den-anfang-machte\/","title":{"rendered":"5 Jahre Impacc \u2013 Wie ein Apfelbaum den Anfang machte"},"content":{"rendered":"<p>Vor ein paar Wochen hat mich LinkedIn daran erinnert, dass ich nun schon seit 5 Jahren bei Impacc bin und mir ein paar Gratulations-Formeln vorgeschlagen, die ich aber alle ausgeschlagen habe. Das hat mich etwas \u00fcberrascht, denn wir haben Impacc erst im Dezember 2019 als gemeinn\u00fctzige GmbH ins Handelsregister eingetragen. Aber LinkedIn hatte recht: die eigentliche Geburtsstunde war in der Tat im Sommer 2019, als mein ehemaliger Kollege Jochen Moninger und ich in der N\u00e4he von Wittenberg unter einem Apfelbaum sa\u00dfen und uns \u00fcberlegt haben, wie man Entwicklungshilfe unserer Meinung nach besser machen kann. Ob es wirklich besser ist, wei\u00df ich nicht, aber zumindest bem\u00fchen wir uns seit 5 Jahren darum, es anders zu machen \u2013 mit allen Versuchen, Fehlern, \u00c4nderungen, Neuerfindungen, aber auch mit allen Best\u00e4tigungen, Erfolgen und positiven \u00dcberraschungen. Jeff Bezos hat einmal \u00fcber Amazon gesagt: \u201eWe are stubborn on mission and flexible on the details.\u201d So \u00e4hnlich war das bei uns auch, denn eines hat sich in der Zeit nie ge\u00e4ndert: unser Glaube, dass ein Job der beste Weg aus der Armut ist, und dass wir in afrikanische Gr\u00fcnderinnen und Gr\u00fcnder investieren wollen, damit die aus eigener Kraft wachsen und Jobs schaffen k\u00f6nnen.     <\/p>\n<p><strong>Unser Weg zum operational Venture Capital<\/strong><\/p>\n<p>Der Weg dahin hat sich ziemlich ver\u00e4ndert, und wir haben einiges an Lehrgeld bezahlt: in den ersten ein, zwei Jahren haben wir aus unserem entwicklungspolitischen Netzwerk Projekte gefunden, die unserer Meinung Gesch\u00e4ftspotential hatten. Daraus haben wir dann eigene Unternehmen gemacht, teils als Ausgr\u00fcndungen mit anderen Partnern, teils alleine, aber eben immer ohne starke Gr\u00fcnder. Aber so funktioniert das nicht \u2013 eine gute Idee ohne eigenen Kopf ist eben nur das: eine gute Idee. Also haben wir unser Modell ge\u00e4ndert und begonnen, uns an Unternehmen zu beteiligen, die \u2013 lokal gegr\u00fcndet mit lokalen Ideen f\u00fcr lokale M\u00e4rkte \u2013 schon seit mindestens zwei Jahren im Gesch\u00e4ft sind und bereits erste Erfolge haben. Gleichzeitig haben wir gelernt, dass unsere Unternehmen mehr operative Unterst\u00fctzung brauchen als zun\u00e4chst gedacht. Daraus hat sich unser Ansatz des \u201eoperational Venture Capital\u201c ergeben: die H\u00e4lfte unserer Unterst\u00fctzung kommt jetzt als direkte Beteiligung in Geld, die andere durch fachliche Expertise entweder von unserem eigenen Team in Ostafrika oder aus einem Pool von Dutzenden von Experten, den wir mit der Zeit aufgebaut haben \u2013 von Finanzplanung \u00fcber Logistik und Markenaufbau bis hin zu Gesch\u00e4ftsmodell-Entwicklung.     <\/p>\n<p>A propos Gesch\u00e4ftsmodell: auch unser Modell hat sich weiterentwickelt. Nicht im Grundsatz: wir sind (zumindest soweit ich wei\u00df) nach wie vor die einzige deutsche Hilfsorganisation, die das vom Finanzamt verbriefte Recht hat, Spenden in Investitionen in Startups zu verwandeln \u2013 dank tatkr\u00e4ftiger <i>pro bono<\/i> Unterst\u00fctzung der Freshfields Anwaltskanzlei. Aber bei der Finanzierung schon: zusammen mit der Boston Consulting Group (auch das ein <i>pro bono <\/i>Projekt) haben wir Angebote f\u00fcr Unternehmensspenden entwickelt, die \u2013 neben den Privatspendern, viele davon lesen jetzt grade diesen Newsletter \u2013 daf\u00fcr sorgen, dass wir \u00fcberhaupt Geld in afrikanische Startups investieren k\u00f6nnen. Im Mai diesen Jahres ist zum Beispiel unsere Partner-Plattform fertig geworden, die Unternehmen (und zunehmend auch Unternehmer-Typen, Unternehmensstiftungen etc.) direkt aufzeigt, wie viele Jobs und weitere Wirkung mit ihrer Spende geschaffen werden konnten \u2013 mit Zahlen, Daten, Fakten und Geschichten, die dann direkt in die Unternehmenskommunikation oder z.B. in Nachhaltigkeitsberichte kopiert werden k\u00f6nnen. Damit so viele Spenden wie m\u00f6glich direkt in Investitionen flie\u00dfen k\u00f6nnen, decken wir unsere Personalkosten (zu denen auch die operative Unterst\u00fctzung geh\u00f6rt) fast komplett mit sogenannter institutioneller F\u00f6rderung ab, denn staatliche Gelder d\u00fcrfen nicht investiert werden. Unser gr\u00f6\u00dfter Geber bisher war das deutsche Entwicklungsministerium, wo wir auch gerade wieder einen Antrag eingereicht haben, um unser Portfolio in \u00c4thiopien aufzubauen. Aber zu viele Eier in einem Korb ist auch nicht gut, und ich bin froh, dass wir mittlerweile auch F\u00f6rderung aus anderen L\u00e4ndern bekommen, j\u00fcngst zum Beispiel aus D\u00e4nemark. Dazu hilft uns, dass wir mittlerweile keine rein deutsche Organisation sind, sondern T\u00f6chter in Kenia und bald in \u00c4thiopien haben.       <\/p>\n<p><strong>Neues Jahr, neue Strukturen: Unser Team w\u00e4chst <\/strong><\/p>\n<p>Und zu guter Letzt hat sich unser Team ordentlich weiterentwickelt. Jochen und ich sind nat\u00fcrlich noch dabei, ein tolles Team von Ehrenamtlichen der ersten Stunde wie Wolf Sch\u00e4fer und Jannes Vahl auch, aber ansonsten hat sich viel getan. Wir waren zu viele alte wei\u00dfe M\u00e4nner und alle Entscheidungen hingen irgendwie an mir. Mittlerweile haben wir ein Lead Team, das gemeinsam entscheidet: mit Shiela Birungi, Head of Ventures, und Marie Bartmann, Head of Operations, in Nairobi und Anette Kuhn, Head of Communications, in Hamburg mit weiteren Ehrenamtlichen und Festangestellten in Deutschland, Kenia und bald auch \u00c4thiopien.   <\/p>\n<p>Und die Ergebnisse bisher? \u00dcber 500TEUR investiert, 9 Unternehmen unterst\u00fctzt, \u00fcber 150 Jobs und \u00fcber 500 verbesserte Einkommensm\u00f6glichkeiten geschaffen. Auch da gibt es ein interessantes Zitat, diesmal von Bill Gates (ich habe es heute mit amerikanischen Digitalunternehmern): \u201eYou overestimate what you can achieve in one year, and underestimate what you can achieve in five years\u201c. Und auch wenn ich ehrlich gesagt immer etwas ungeduldig bin und mir vieles zu langsam geht: ich finde, die letzten 5 Jahre waren gut. Und die n\u00e4chsten 5 werden noch besser.    <\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Vor ein paar Wochen hat mich LinkedIn daran erinnert, dass ich nun schon seit 5 Jahren bei Impacc bin und mir ein paar Gratulations-Formeln vorgeschlagen, die ich aber alle ausgeschlagen habe. Das hat mich etwas \u00fcberrascht, denn wir haben Impacc erst im Dezember 2019 als gemeinn\u00fctzige GmbH ins Handelsregister eingetragen. 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